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Aktueller Bericht über unseren Aufenthalt im November 2014

Wir waren vom 2. bis 17 November in Siem Reap und hatten wieder eine sehr intensive, schöne und vielseitige Zeit. Gleich zu Beginn unseres Aufenthaltes konnten wir mit allen unseren 31 CDV-Kindern das Waterfestival besuchen und anschließend feierten wir dann mit allen Kindern von 3 Life&Hope (LHA)-Projekten sowie allen Mönchen und Mitarbeitern auf dem PAGE-Gelände ein tolles Fest, das auch den Zusammenhalt der großen LHA-Family fördern sollte.

Zur momentanen Situation im CDV:

Generell geht es den 31 Kindern im CDV sehr gut. Sie haben sich wie immer sehr über uns und vor allem die Patenbriefe und -geschenke gefreut. Zu Antwortbriefen sind wir diesmal leider nicht gekommen. Wenn wir draußen im CDV waren, war immer irgendetwas los, so dass wir dafür nicht genügend Zeit hatten.
Die Ernährungssituation wie auch die medizinische Versorgung der Kinder ist prima, ebenso der Zustand der Häuser. Ein paar Renovierungsarbeiten sind jedoch nötig.
Überschattet wurde unser Aufenthalt durch die Sorge um einen unserer Jungen. Bei ihm wurde Leukämie diagnostiziert und er mußte zusätzlich am Blinddarm operiert werden. Im Moment laufen angestrengte Bemühungen, im Ausland eine geeignete Klinik zu finden, wo er behandelt werden könnte, da in Kambodscha weder Chemotherapie noch eine Knochenmarkstransplantation möglich sind.
Drei Mädchen haben das CDV leider verlassen, bevor sie die Junior High School (JHS) abschließen konnten. Eine hat geheiratet, eine ist nach Hause zu ihrer Mutter, um sie zu unterstützen, und eine wohnt und arbeitet nun in Siem Reap, möchte aber gerne wieder zur Schule gehen. Es war uns sehr wichtig, die Mädchen zu besuchen, um zu sehen, wie sie nun leben, dass es ihnen gut geht und um sicher zu stellen, dass sie weiterhin unterstützt werden, solange sie auf die Schule gehen.
Das Schicksal des einen Mädchens, das wieder nach Hause zu ihrer Mutter gegangen ist, ist ein gutes Beispiel, wie in Kambodscha aus einer großen existenziellen Not heraus mit Kindern umgegangen wird. Sind sie klein, werden sie oft weggegeben, da sie nur eine Belastung sind. Kommen sie in ein Alter, in dem sie als potentielle Hilfe für irgendeine Art von Arbeit in Frage kommen, werden sie zu Hause gebraucht und sehr oft zurück gerufen. Es ist eine unendliche Aufklärungsarbeit, die unsere Mönche leisten, die Eltern immer und immer wieder davon zu überzeugen, wie wichtig eine Ausbildung für ihre Kinder ist.

Zu den Zukunftsperspektiven:

Für die älteren Jugendlichen im CDV Ausflüge werden nun nach Siem Reap realisiert, kombiniert mit Workshops im Kloster über verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten in der Stadt.
Wir konnten zwei Computer in der Bibliothek vom CDV installieren. Die Kinder können nun im Wechsel am Wochenende unter Anleitung am Computer lernen und spielen. Ziel dabei ist es, den Kindern den Umgang mit Computern beizubringen, sie aber auch mit Hilfe von englischer Lernsofware zu einer besseren englischen Aussprache zu bringen. Hier möchten wir noch erwähnen, dass sich das Englisch der Kinder durch täglichen Zusatzunterrricht erfreulich verbessert hat.
Um die neuen Auflagen der Regierung zu erfüllen, müssen wir Betten und eine Blitzableiteranlage anschaffen. Erst dann können wir wieder neue Kinder aufnehmen.
Am letzen Tag unseres Aufenthaltes in Siem Reap haben wir im CDV noch zwei Ingenieure von “Ingenieure ohne Grenzen” getroffen, die gerade bei unserer benachbarten NGO (auch aus Deutschland) eine Solaranlage installiert haben. Sie haben sich unsere nicht immer zuverlässig funktionierende Solaranlage sowie unser Pumpensystem angeschaut und wollen uns nun Vorschläge zur Verbesserung machen.

Zur Finanzierung:

Neben den laufenden Kosten brauchen wir nächstes Jahr dringend Unterstützung für folgende Einzelinvestitionen

Reparatur des Mensadaches 1200 Euro

Neue Betten 1600 Euro

Blitzableiter 900 Euro

Blitzableiter 900 Euro

Renovierung der Küche 750 Euro

München, den 7.12.2014
Astrid und Rudi

 

 

Mai 2013

Ende November 2012 kamen wir mit dem Bus in Siem Reap an. Obwohl Rudi und Astrid uns einige Filme über LHA und die Projekte geliehen und uns auch schon viel erzählt hatten, konnten wir uns nicht so recht vorstellen, was uns nun wirklich erwarten würde.
Deswegen war es sehr hilfreich, dass die beiden am Anfang unserer Zeit in Siem Reap da waren und uns die unterschiedlichen Projekte und die Wege dorthin genau zeigten.
Am Ende stand fest, dass wir in PAGE, der „language school“, der „sewing school“ und natürlich im CDV („Children’s Development Village“) arbeiten würden. Einen großen Teil unserer Zeit in Kambodscha war auch noch Heidi dabei, die als Tanztherapeutin mit den Kindern in PAGE und im CDV arbeitete.
Die ersten Male fuhren wir noch mit dem Auto raus zum CDV. Über den Zustand der Straße hatten wir davor ja schon viel gehört, jedoch hatten wir uns nie Schlaglöcher in dieser Größe vorgestellt. Doch Soti, unser Fahrer für die erste Zeit, fuhr die Strecke einwandfrei und auch später mit dem Roller verschwand die Angst vor der Strecke schnell und wir genossen einfach nur noch die Fahrt vorbei an einer so unglaublich schönen und malerischen Landschaft.
Man hatte einen weiten Blick über riesige Reisfelder, in denen Wasserbüffel standen und Leute den Reis ernteten. Wir haben Kinder gesehen, die fröhlich in kleinen Tümpeln herumsprangen, badeten und uns oft zuwinkten, wenn wir vorbei kamen. Und wir sahen natürlich viele der Khmer-Hütten, in denen die Bevölkerung auf dem Land lebt.
Diese Hütten spiegeln auf der einen Seite die für unsere Verhältnisse unvorstellbare Armut der Menschen dort wieder, was wirklich erschreckend ist, wenn man sich bewusst macht, dass sie in diesen Hütten ihr Leben lang wohnen. Auf der anderen Seite vollendeten die Khmer-Hütten mit ihren Bewohnern erst das wunderschöne Bild, dass uns auf der Strecke zum CDV geboten wurde.
 
Als wir das erste Mal im Children’s Development Village ankamen, waren wir sehr positiv davon überrascht, wie schön die Kinder es dort hatten! Die Anlage war in einem tadellosen Zustand und das gesamte Gelände strahlte eine Ruhe und Harmonie aus, sowie eine Friedlichkeit, die uns beeindruckte.
Die Kinder wohnen in sehr schönen Hütten, es gibt Duschen und Toiletten, einen kleinen Spielplatz und dreimal täglich etwas zu essen. Die Hausmütter versuchen jedes Kind so gut es geht zu unterstützen.
Auch verstanden wir uns gut mit den Hausmüttern und in manchen Mittagspausen, wenn die Kinder schliefen, haben wir mit einer Hausmutter zusammen Englisch-Khmer Unterricht gehabt, sprich wir brachten ihr mehr Englisch bei und sie uns dafür etwas Khmer.
Aber nicht nur die Hausmütter kümmern sich gut um die Kinder auch Soben, der verantwortlich für das CDV ist, fährt manchmal mehrmals täglich zwischen der Stadt und dem CDV hin und her, nur um so viel Zeit wie möglich mit den Kindern zu verbringen und das CDV in Schuss zu halten bzw. auch um einiges zu verbessern. Die Kinder haben dort wirklich ein Leben, das in den meisten Familien in Kambodscha unvorstellbar wäre.
Als wir aus dem Auto stiegen, liefen auch gleich alle Kinder auf uns zu, da war kaum ein Zeichen von Scheu und begrüßten uns alle strahlend.
Es war sehr eindrucksvoll und spricht für das CDV, dass die Kinder trotz ihrer furchtbaren Schicksale eine solche Unbeschwertheit an den Tag legen, viel lachen und eine unglaublich positive Ausstrahlung haben.
Während unserer Zeit im CDV bemerkten wir auch, dass die Kinder sehr friedlich miteinander umgingen und sich gegenseitig respektierten.
Abgesehen von ein paar kleinen Streitereien, die wohl in jeder Familie vorkommen, gingen sie gewaltfrei und freundlich miteinander um, was wohl in wenigen kambodschanischen Familien der Fall ist.
Wir hatten das Glück, dass an unserem ersten Tag im CDV die Patengeschenke an jedes einzelne Kind übergeben wurde, sodass wir uns ihnen annähern konnten und es uns erleichtert wurde die ganzen Namen zu lernen.
Unsere Arbeit im CDV bestand darin den Kindern etwas mehr Englisch beizubringen, was am besten mit Hilfe von Spielen funktionierte, in denen man die Zahlen, Tiere, Farben oder andere Wörter die man im Alltag häufig verwendet lernen kann. Daneben spielten wir natürlich einfach viel mit ihnen, hatten Spaß und versuchten ihnen Zuneigung und Aufmerksamkeit zu schenken.
Ein paar Mal bastelten wir mit den Kindern. Mit Kylie (sie kommt jedes Jahr aus Australien ins CDV und lernt und spielt mit den Kindern) und ihrer Familie haben wir Drachen und Play-Doo mit den Kindern gemacht. Außerdem haben wir mit ihnen Schnurtelefone gebastelt.
Was sie jedoch mit Abstand am meisten begeisterte, war das Ausmalen. Stundenlang konnten sie einfach da sitzen und malen und präsentierten uns stolz ihre Werke.  UNO, mit dem man toll Zahlen und Farben wiederholen konnte, machte ihnen ebenfalls besonders viel Spaß. Doch auch mit ganz einfachen Dingen wie ein paar Steinen, Gummis oder Murmeln wurden die Kinder erfinderisch und machten ihre eigenen Spiele.
Sehr schön fanden wir auch das Fest, zu dem alle Kinder und jungen Erwachsenen der vielen LHA-Projekte kamen, und wo deutlich wurde, dass sich auch die Kinder der unterschiedlichen Projekte alle zu der LHA-Familie zugehörig fühlten. Es war ein toller Tag, an dem zusammen gegessen und getanzt wurde und alle sehr viel Spaß hatten.
Natürlich wird im CDV nicht nur gespielt. Die Kinder werden früh dazu erzogen selbstständig zu leben. Sie waschen selbst ihre Wäsche, jeder ist dafür verantwortlich seine eigenen Besitztümer zu pflegen und sie müssen ihre Hütten selber sauber halten. Außerdem gibt es immer einen Spüldienst, der nach dem Essen beim Abspülen hilft.
Auch was Müll betrifft, sind die Kinder sich meistens dessen bewusst, dass der Abfall in einen der Mülleimer kommt und nicht einfach auf den Boden. Wenn wir mal Müll auf dem Boden sahen, haben wir einfach ein Kind darum gebeten ihn wegzuwerfen, was dann auch wunderbar klappte.
Wir sind von der ganzen Organisation des CDV und der Mühe, die sich alle mit den Kindern geben, wirklich begeistert! Ihnen so eine tolle Möglichkeit zu geben und damit ein so viel schöneres und auch besseres Leben zu ermöglichen ist einfach nur unglaublich bewundernswert.
Dennoch hätten wir ein paar kleine Verbesserungsvorschläge:
Besonders aufgefallen ist uns, dass das große Eingangstor, welches das CDV von der Straße trennt, so gut wie nie geschlossen war. Jeder Fremde hätte einfach rein kommen können, was natürlich auch für die Kinder eine Gefahr darstellt.
Man müsste das Tor nicht unbedingt abschließen, es würde schon reichen, wenn es zugeschoben wäre. Das macht nach außen hin bereits einen ganz anderen Eindruck, wirkt ein offenes Tor doch immer wie eine Einladung, auch für Leute, die nicht unbedingt erwünscht sind.
Was wir uns auch gewünscht hätten, wäre ein wenig mehr Ordnung und Sorgfalt, was die Spiele, Bücher sowie Spiel- und Malsachen betrifft.
Man brachte an einem Tag 3 Packungen Stifte mit und das nächste Mal, wenn man wieder kam, konnte man nicht malen, weil alle Spitzer verschwunden waren. Die Kinder gehen durchaus gut mit ihren eigenen Sachen um, doch Dinge, die allen gehören und die geteilt werden, sollten auch noch weniger achtlos behandelt werden.
An dieser Stelle wollten wir vorschlagen, die Bibliothek vielleicht zu einem Raum umzufunktionieren, an dem außer Büchern auch sämtliche Spielsachen, Malbücher, Bastelutensilien usw. gelagert werden, da es zur Zeit noch keinen festen Platz für all diese Dinge gibt.
Dieser Raum sollte durchaus den Kindern, vor allem aber den Freiwilligen frei zugänglich sein. Wir standen nämlich ab und zu vor dem Problem nicht mit unseren Utensilien arbeiten zu können, weil sie weggesperrt und eine Hausmutter nicht aufzufinden war.
Wenn in diesem Raum jedes Ding seinen Platz hätte und die Kinder nach dem Spielen alles wieder dorthin räumen würden, würden die Sachen sicherlich länger vorhalten und den Kindern würde so auch ein sorgfältiger Umgang mit Dingen beigebracht, die allen gehören.
Außerdem wäre es natürlich gut, wenn noch ein paar Hausmütter hinzukämen, da momentan nur zwei Hausmütter im CDV arbeiten und das für 36 Kinder einfach nicht genug sind.
Man könnte vielleicht einen Raum so einrichten, dass er den Hausmüttern als Rückzugsort dient, wo sie mal ungestört von den Kinder quatschen, Musik hören oder lesen können.
Wenn es mehrere Hausmütter gäbe, hätten sie vielleicht auch abwechselnd die Möglichkeit zum Beispiel übers Wochenende nach Hause zu fahren und ihre Familien zu besuchen.
Worauf man vielleicht ebenfalls noch mehr achten könnte, ist die Verpflegung der Wunden besonders von den Kindern, die HIV-positiv sind. Manchmal sind diese mit aufgekratzten, blutigen Stichen ohne ein Pflaster durch die Gegend gelaufen. Zum Schutz der anderen Kinder, würden wir empfehlen, darauf mehr zu achten und die Kinder sofort zu verarzten.
Doch natürlich ist das momentan sehr schwer zu verwirklichen, da es wie gesagt nur zwei Hausmütter gibt und die alle Hände voll zu tun haben.

Wir hatten wirklich eine eindrucksvolle, unvergessliche und tolle Zeit in Kambodscha!
Dafür möchten wir uns bei allen die uns das ermöglicht haben ganz herzlich bedanken!

Ganz liebe Grüße,

Pia und Amelie

Februar 2012

Als wir Ende November 2011 in Siem Reap gelandet waren, hatten wir ehrlich gesagt kaum eine konkrete Vorstellung, was uns die nächsten drei Monate erwarten würde. Doch da Rudi und Astrid zu Beginn unseres Aufenthalts selber vor Ort waren, führten sie uns gemeinsam mit Venerable Somnieng persönlich in alle Projekte ein, was uns den Einstieg wesentlich erleichterte. Schließlich entschieden wir, in vier von den insgesamt sechs Projekten zu arbeiten; das Projekt, in dem wir am meisten Zeit verbrachten, blieb natürlich das CDV, das „Children´s Development Village“.

Von Deutschland aus schien die 15km lange, gefürchtete, mit Schlaglöchern übersäte Sandstraße, die von Angkor Thom aus die einzige Verbindung nach Peak Snaeng ist, eine nahezu unüberwindbare Herausforderung zu sein.

Als wir uns das erste Mal auf den Weg machten, traten diese Befürchtungen jedoch vollkommen in den Hintergrund, da wir überwältigt von den intensiven Eindrücken und Bildern waren, die sich uns entlang der Straße boten; an unseren Augen zogen nicht enden wollende Reisfelder, in Tümpeln planschende Kinder und Wasserbüffel und sehr einfache Khmer-Hütten der Reisbauern vorbei, die die unglaubliche Armut der Familien bereits auf den ersten Blick widerspiegeln. Nur wenige Kilometer vom modernisierten und auf jeden Touristenwunsch ausgerichteten Zentrum Angkor entfernt leben die Familien in für uns unvorstellbar einfachen Verhältnissen; viele müssen mit weniger als einem US$ pro Tag auskommen. Trotzdem haben wir als weiße „Eindringlinge“ niemals Neid oder Anfeindungen erfahren und waren die ganze Zeit der Fahrt nach Peak Snaeng damit beschäftigt, die fröhlichen „Hello!/Goodbye!“-Rufe der Schulkinder zu erwidern. Schließlich wurde dieser Weg sogar einer der Gründe, weshalb wir uns jedes Mal wieder so gerne ins CDV aufgemacht haben.

Als wir das erste Mal dort ankamen, waren wir sehr beeindruckt von der dort herrschenden Atmosphäre, die Ruhe, Frieden und Sicherheit ausstrahlt. Die auf dem weiten Grundstück verteilten Häuser und traditionellen Khmer-Hütten entsprechen in keiner Weise der klassischen Vorstellung eines Waisenhauses, sondern bieten den Kindern ein liebevolles neues Zuhause, in dem sie sich wirklich geborgen fühlen können, was in den meisten kambodschanischen Familien bei weitem nicht selbstverständlich ist. Bemerkenswert ist auch die Fröhlichkeit und Unbeschwertheit der Kinder, bedenkt man die schrecklichen Erfahrungen und Schicksalsschläge, die sie in ihrer noch so jungen Vergangenheit erlebt haben.

Nach einer ausführlichen Vorstellungsrunde der Kinder war eine gewisse Vertrauensbasis bereits geschaffen und wir hatten uns in sie alle verliebt. Zu unseren Aufgaben in den darauffolgenden Wochen gehörte Englisch-Unterricht, spielerisches Vokabel-Lernen oder natürlich einfach nur gemeinsam spielen und lachen ,jedem Kind Aufmerksamkeit schenken, was für sie immer noch etwas Besonderes ist, da sich die vier Hausmütter verständlicherweise nicht täglich allen 32 Kindern gleichzeitig widmen können. Dieser Job ist nicht immer einfach und verdient unsere größte Anerkennung; wir hatten den Eindruck, dass sich jede von ihnen größte Mühe gibt, die Kinder zu unterstützen und zu führen und gleichzeitig ihre Aufgaben wie Aufräumen, Kochen oder Waschen zu erfüllen. Es hat immer großen Spaß gemacht, sich in einer Mischung aus Khmer und Englisch zu verständigen, sie waren immer außerordentlich hilfsbereit bezüglich Spielmaterialbeschaffung und Ähnlichem.

Leider war unsere Zeit als Englisch-Lehrer im CDV nach einigen Wochen bereits vorbei, da der Stundenplan umgeschrieben wurde und Mr. Rethi augenscheinlich lieber selbst unterrichtete. Von da an versuchten wir, den Kindern Englisch beim Spielen zu vermitteln, indem wir mit Kärtchen und Bildern verschiedene neue Wörter lehrten wie beispielsweise Farben oder Tiere. Das war in vielen Fällen bestimmt sinnvoller als in einer Klasse Frontalunterricht abzuhalten, in der die Schüler zwischen 6 und 15 Jahre alt sind und vollkommen unterschiedliche Englischkenntnisse besitzen. Mit der Zeit begannen die Kinder sogar, die gelernten Englischvokabeln im Gespräch untereinander zu verwenden, was jedes Mal sehr lustig war und uns natürlich gefreut hat. Beeindruckend war auch wie wenig die Kinder brauchen, um sich einen ganzen Nachmittag zu beschäftigen. Mit ein paar Steinen und einem Stock wissen sie genauso viel anzufangen wie mit einer kompletten deutschen Spielesammlung. Wenn sie aber doch mal an ein „Halligalli“ oder „Zitternix“ kommen, erfinden sie sofort zahlreiche neue Möglichkeiten, das Spiel zu verwenden, die aber meistens rein gar nichts mehr mit dem ursprünglichen Zweck gemeinsam haben.

Wir haben außerdem beobachtet, dass die Kinder untereinander fast immer ohne Neid, gemeinschaftlich agieren und meistens auch gerne teilen. Werden sie aber von ausländischen Besuchern mit Geschenken überschüttet, geht es schnell drunter und drüber. Deswegen halten wir es für sinnvoller, solche Geschenke nur als Belohnungen oder Ähnliches zu verwenden, da dies sonst zu Neid und Unstimmigkeiten innerhalb der Gemeinschaft führt (wie Somnieng immer sagt: „Keep it simple.“).

Alle Kinder im CDV sind sehr selbstständig; so müssen beispielsweise die Älteren ihre Wäsche selbst waschen, jeder ist verantwortlich für seine wenigen aber umso wichtigeren Besitztümer. Dienste wie Wäsche abhängen, Blätter und Müll einsammeln oder das eigene Haus putzen werden ordentlich zugeteilt und für kambodschanische Verhältnisse pflichtbewusst ausgeführt.

Wir wollen noch einmal betonen, wie begeistert wir von der Organisation und dem Management des CDVs waren, alle Angestellten geben sich wirklich Mühe und sind gut ausgesucht. Trotzdem gibt es natürlich noch einige Kritikpunkte: Öfters haben wir beobachtet, dass die Kinder im Bereich der Müllverbrennung spielen, wo wohlgemerkt auch Kunststoffe verbrannt werden, was erstens gesundheitsschädlich ist und zweitens viele andere Gefahren birgt, da die Kinder freien Zugang zu offenem Feuer haben, was sie auch für ihre Spiele nutzen. Unserer Meinung nach sollte dieser Bereich für die Kinder verboten werden. Die Realisierung dieses Vorschlages scheint uns nicht zu kompliziert, da auch das Verbot, das Gelände zu verlassen sowie Rethis Raum betreten, respektiert wird. Es geschah auch, dass ein offensichtlich geistig verwirrter Fremder das Gelände des CDVs betrat, den die Kinder sofort zu hänseln und zu provozieren begannen. Weder die Hausmütter noch der Security-Mann unternahmen entschieden etwas dagegen, woraus auch größere Gefahren entstehen können (siehe Entführung). Die Reaktion des Staffs war uns in dieser Situation nicht verständlich.

Bezüglich des Englischunterrichts sind wir nicht sicher, ob dieser mithilfe von Mr. Rethi sinnvoll ist, da seine Englischkenntnisse offensichtlich nicht vollkommen sind und sein Unterricht genauso wenig Struktur wie Ergebnisse aufweist. Sehr bemerkenswert ist jedoch, die enge Beziehung zwischen ihm und den Kindern. Er scheint für sie eine Art Vaterfigur darzustellen. Wir sind uns sicher, dass er seine anderen Aufgaben als Koordinator verantwortungsvoll erfüllt, seine Berufung zum Englischlehrer scheint uns allerdings etwas fraglich.

Wir empfehlen außerdem hinsichtlich der Entwicklung von selbstständigem Arbeiten, eigener Motivation und Ehrgeiz, eine geregelte Lern- und Hausaufgabenzeit am Vor- und Nachmittag für die verschiedenen Grundschulgruppen. Der Raum, in dem sich die Bibliothek und die Musikinstrumente befinden, könnte regelmäßig geöffnet sein, sodass die Kinder auch zu diesen Materialien Zugang haben.

Sollte es in nächster Zeit finanziell möglich sein, eine weitere Hausmutter einzustellen, läge gewiss ein großer Vorteil darin, dass sie die Kinder bei Hausaufgaben und Spielen beaufsichtigen und außerdem durch die geringere Belastung den Kindern individuell mehr Aufmerksamkeit schenken könnte.

Zum Schluss möchten wir uns noch einmal GANZ herzlich bedanken für diese unvergessliche und intensive Zeit! Wir werden auf jeden Fall mit LHA in Kontakt bleiben und jegliche Neuigkeiten gierig verschlingen.

Ganz, ganz herzliche Grüße, wir werden SICHERLICH zurückkommen!!!

Vici und Toni

http://www.youtube.com/watch?v=KCyTUy3hG9o

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